02.01.2019

Altersvorsorge: Wie entwickelt sich meine gesetzliche Rente?

Ein Thema, das uns alle beschäftigt. Wie entwickelt sich meine gesetzliche Rente? Reicht das im Alter? Welche Alternativen habe ich?  Welches sind die richtigen Instrumente? Festgeld, Immobilien, Versicherungen oder andere Anlagevehikel?

Bevor Sie sich entscheiden, ist es wichtig, sich darüber klar zu werden: was will ich eigentlich erreichen? Ab welchem Alter möchte ich welches Kapital zur Verfügung haben oder welche Rente beziehen?

Vorgeschaltet muss geprüft werden: was ist überhaupt vorhanden? Gesetzliche Rente: was weist mein Rentenbescheid aus? Ist die Hochrechnung mit einer durchschnittlichen Rentensteigerung überhaupt realistisch? Hochrechnungen mit einem festen Prozentsatz sind  trügerisch (Nicht umsonst gilt der „Zinseszins-Effekt“ unter Mathematikern als das „8 Weltwunder“). Wenn falsche Annahmen zugrunde liegen, kann sich die Entwicklung deutlich anders darstellen als prognostiziert. Und je länger das Rentenalter in der Zukunft liegt, desto stärker ist dieser Effekt.

Entscheidend ist die Frage: welche Rente wünschen Sie sich heute? Diese muss dann"aufinflationiert" werden. Der hochgerechnete Wert ist entscheidend. Einige Fragen müssen darüber hinaus beantwortet werden...welcher Zins soll in der Ansparphase zugrunde gelegt werden? Welcher Zins in der Entnahmephase? Wie hoch ist die Lebenserwartung?

Zusätzlich zur gesetztlichen Rente sollten noch weitere Punkte berücksichtigt werden: besteht eine betriebliche Altersvorsorge? Gibt es Rücklagen, Zinserträge, Mieteinnahmen etc. Erst dann kann eine Lücke definiert werden und konkret gerechnet werden.

Beispiel:

Sie sind 35 Jahre alt und wollen mit 67 in Rente gehen.  Lt. Rentenbescheid besteht ein Rentenanspruch von 1.000 EUR (den wir mal als realistisch unterstellen). Weiteres Vermögen ist nicht vorhanden. Wunschrente ab 67: 2500 EUR – nach heutiger Kaufkraft. Zunächst: 2.500 EUR heute sind in 32 Jahren nicht mehr so viel Wert. Wenn wir eine Inflationsrate von nur 2% annehmen, ergibt sich folgende Rechnung:

Annahmen in der Ansparphase:

Rentenwunsch: 2.500 EUR
(heutige Kaufkraft)
Inflation: 2%
Notwendige Rente in 32 Jahren: 4.711,35 EUR
(entspricht dann der heutigen Kaufkraft von 2.500 EUR)
Durchschnittlicher Ansparzins: 3,5%
Notwendige Rente in 32 Jahren: 3.711,35 EUR
(1.000 EUR über GRV)

 

Annahmen in der Verrentungsphase:

Endalter der Zusatzrente: 85 Jahre
(Je länger die Rente bezogen werden soll, desto niedriger ist sie.)
Verzinsung im Rentenbezug: 3,5%
Monatliche Wunschrenten: 3.711,38 EU

Um diese Ziele zu erreichen benötigen Sie:

Ein Kapital mit 67 Jahren von 595.870,76 EUR
Eine monatliche Sparrate bis 67 853,79 EUR


Das sind erstmal die Eckdaten. Wir können Ihnen helfen, welche Versicherungsprodukte unterstützen können. Klassische Renten, Direktversicherungen, „Riester“ oder „Rürup“, Fonds gebunden oder klassisch?

Jedes dieser Produkte hat seine Besonderheiten in der Ansparphase, in der Entnahmemöglichkeit, in der Besteuerung, in der Flexibilität. Und nicht jedes Produkt passt pauschal auf Ihre individuellen Wünsche.

Hinzu kommt: was für Kosten rufen die Versicherungen auf? Welche Verzinsung hat der jeweilige Anbieter in den letzten Jahren erwirtschaftet? Die Zukunft kann leider keiner voraus sagen, aber insbesondere die Kostenstruktur eines Versicherers beeinflusst das Ergebnis schon.

Fazit: mal eben „riestern“ oder die Altersvorsorge „klar machen“, ist nicht sinnvoll. Sich die Zeit nehmen und einen vernünftigen Plan aufstellen und die Möglichkeiten prüfen, schon.

Gerne beraten wir Sie zu diesem komplexen Thema.

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